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Grundbildung als ein programmbereichsübergreifendes Angebot an der Volkshochschule Bochum

 

1. Die Grundbildung an der VHS Bochum

Die VHS Bochum hat sich in ihrem neuen Gesamtkonzept verpflichtet, ihr Angebot für die bildungsbenachteiligten bzw. bildungsfernen Personenkreise verstärkt zu öffnen. Für diese Personengruppe wird in systematisiertes Grundbildungsangebot unterbreitet. Ein Grundbildungsangebot, das tatsächlich die betroffene Zielgruppe erreicht, zieht Konsequenzen z.B. im Hinblick auf Qualifikation des Lehrpersonals, der Organisation, der Lernmethoden an der VHS Bochum nach sich.

Das bedeutet, dass die VHS Bochum u.a. folgende Eckwerte bei der Umsetzung des Programmbereichs beachtet: 

  • Sicherung eines niederschwelligen Zugangs zu den Angeboten;
  • Umsetzung ressourcenorientierter, selbstbestimmter, selbstgesteuerter Lehr- und Lernmethoden;
  • qualifizierte Einstiegsberatung in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern;
  • Qualifizierung des einzusetzenden Lehrpersonals;
  • Orientierung des Angebotes an der Verwertbarkeit des “Gelernten” für den Teilnehmenden;
  • Gewinnung von Multiplikatoren, auch ehrenamtlich;
  • Grundsatz der Freiwilligkeit;
  • Schaffung einer “angenehmen” Lernumgebung 

Aufgrund dieser Schwerpunktsetzung und zur effizienten Koordinierung dieses Angebotschwerpunktes wurde im Herbst 2012 die Funktion einer Grundbildungsbeauftragten an der VHS Bochum eingerichtet. Neu am „Bochumer Modell“ ist auch der Einsatz ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, die in den Kursen der Volkshochschule eine individuelle Förderung der Lernenden ermöglichen.

Vor dem Hintergrund der Erkenntnis, dass die potenziellen Teilnehmenden eines Grundbildungsangebots aus unterschiedlichen Gründen schwer erreichbar sind, wurde von den, für die VHS üblichen Standards, wie den Modalitäten des Kurszugangs und der Höhe der Kursgebühren, abgewichen. Darüber hinaus wurde für das Angebot auch außerhalb des Programmheftes der VHS in sozialen Einrichtungen und Institutionen geworben.

 

2. Zielgruppe und Ziele der Grundbildung an der VHS Bochum 

  • Grundbildung wird für Menschen am Arbeitsplatz angeboten, mit dem Ziel des Beschäftigungserhalts.
  • Sie wird für Personengruppen außerhalb eines Beschäftigungsverhältnisses angeboten, mit dem Ziel, einen Arbeitsplatz zu erlangen.
  • Sie wird für Beschäftigte in Maßnahmen angeboten, bei denen während der Maßnahme erkennbar wird, dass zur beruflichen Integration grundlegende Basiskompetenzen fehlen.
  • Sie wird für Personen angeboten, die ihre Basiskompetenzen erweitern und verbessern möchten, ohne dass damit ein unmittelbares berufliches Ziel verbunden ist. Diese möchten vielleicht “nur” ihren “Alltag” besser bewältigen
  • Grundbildung wird für Jugendliche und junge Erwachsene am Übergang Schule / Beruf angeboten. Ziel dieser Elementarkurse ist es, schulisches Basiswissen zu vermitteln, welches dazu dient, entweder einen Schulabschluss nachzuholen oder direkt in Arbeit einzumünden.

 

3. Das Angebot

Die VHS Bochum bietet ein alltags- und mittelbar berufsbezogenes Grundbildungsangebot neben den klassischen Alphabetisierungskursen an. Darüber hinaus wird ein „Elementarkurs zum Erwerb von sozialen und kognitiven Kompetenzen im Bereich der Grundbildung zur Vorbereitung auf einen Einstieg ins Erwerbsleben oder einen Schulabschluss” durchgeführt sowie eine Aktivierungsmaßnahme in Kooperation mit dem Jobcenter Bochum für junge Erwachsene im Rahmen des Bochumer Pakts für Arbeit.

Das programmbereichsübergreifende Angebot konkret: 

  • Beratung
  • Diagnose
  • Modellstandort im Rahmen der nationalen Strategie des Bundes
  • Angebote in den Bereichen • Lesen, Schreiben („Bochumer Modell“)
  • niederschwelliges, offenes Angebot (TreffPunkt AlphaCafé)
  • Rechnen
  • Kompetenzen für den Umgang mit Computer und Medien
  • alltagsweltliche Kompetenzen (Umgang mit Behörden, Thema Ernährung etc.)
  • erste Fremdsprachenkenntnisse
  • Lernkompetenz
  • Grundbildung am Arbeitsplatz und Qualifizierung
  • Teilnahme an Projekten
  • (Alpha Netzwerk, Sesam, Rahmencurriculum, GRUBIN, GRUWE)
  • Konzeption von (Unterrichts-) Material
  • Fortbildungs- und Qualifizierungsangebote für Akteure im Bereich Grundbildung
  • Förderung des fachlichen Austauschs

 

4. Kooperationspartner und Vernetzung (Alpha Netz NRW, Runder Tisch Weiterbildung, Netzwerk Fachbereich SchulabschlussPLUS)

Wesentliche Kooperationspartner, um die Zielgruppen zu erreichen, sind diejenigen Institutionen, Einrichtungen und Betriebe, die in unmittelbarem “Kontakt “ mit der betroffenen Personengruppe stehen. Hierzu gehören z.B. die Wohlfahrtsverbände, die Sozialverbände, die städt. Ämter, wie z.B. die Ämter der Sozial- und Schulverwaltung sowie das Personal- und Organisationsamt der Stadt Bochum als Arbeitgeber, das Job Center, die Agentur für Arbeit, kleine und mittlere Betriebe, z.B. im Dienstleistungsbereich, Kammern, Wirtschaftsförderung.

Ziele dieser Netzwerkarbeit: 

  • Enttabuisierung
  • Entwicklung eines breiten Angebotsspektrums für mehr Menschen
  • Informationsbeschaffung und Bereitstellung
  • Werbekampagnen (Radio Bochum) und gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit
  • Breite Aufstellung in der Stadt (unterschiedliche Träger mit unterschiedlicher Klientel)
  • Unterstützung (Multiplikator/innen) und Ausweitung des Angebotes
  • Fachliche, kollegiale und dialogische Form kontinuierlicher Zusammenarbeit
  • Gemeinwohlorientierung
  • Durchführungen von Arbeitskreisen und Fachtagungen und Weiterbildungsmärkten
  • Analyse der Bochumer Weiterbildungslandschaft (Koop Ruhr Uni Bochum)
  • Basis zum Themensupport

Elke Dietinger, Grundbildungsbeauftragte VHS Bochum

Broschüre der vhs Bochum "Joblink 7 - Schnittmenge Grundbildung und Schulabschlüsse“ zum Download

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