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Auftakt des Regionaltreffen Ruhrgebiet Alphanetz NRW

Foto: Tanja Bergmann

Auf Einladung der Koordinierungsstelle kamen am 14. März 2019 fünfzehn Alphanetz-Mitglieder aus dem Ruhrgebiet zusammen, um sich zu vernetzen und über wichtige Eckpfeiler aus ihren Arbeitsbereichen miteinander zu diskutieren. Vertreten waren Volkshochschulen aus der Region (Essen, Gelsenkirchen, Mülheim a. d. Ruhr, Hamm, Herne, Unna Fröndenberg Holzwickede, Bochum und Duisburg), das bbb Büro für berufliche Bildungsplanung (Dortmund), RE/init e. V. (Recklinghausen) sowie die Transfergesellschaften weitblick-personalpartner GmbH (Essen) und PEAG Transfer GmbH (Dortmund).

Nach einer Vorstellungsrunde und Erfahrungsaustausch wurden die zentralen Fragestellungen in der Alphabetisierung und Grundbildung schnell identifiziert:

  • Dozierendenakquise und -bindung
  • Teilnehmendengewinnung
  • Finanzierung von Grundbildungsangeboten

In jeweils drei Gruppen wurden diese Themen bearbeitet und im Anschluss die Ergebnisse präsentiert:

Dozierendenakquise und -bindung

Seit einigen Jahren zeichnet sich das Problem ab, dass immer mehr sehr gute Lehrkräfte in den Ruhestand treten und es schwer ist, geeigneten Nachwuchs zu gewinnen. Dies liegt insbesondere an der großen Konkurrenz zu den BAMF geförderten Alphakursen, die deutlich besser honoriert werden. Für die Akquise neuer Lehrkräfte wurden mehrere Möglichkeiten zusammengetragen: über Ehrenamtsagenturen annoncieren, Studierende aus der Erwachsenenbildung gezielt ansprechen, Kooperationen mit dem DaF/DaZ-Bereich eingehen oder Dozentensharing mit umliegenden Volkshochschulen betreiben. Die beiden letztgenannten Optionen hätten für die Lehrkräfte zudem den Vorteil, ihnen mehr Einnahmequellen zu generieren. Es ist aber festzustellen, dass alle Maßnahmen ein großes Engagement der jeweiligen Fachbereichsleitung voraussetzen. Auch die Professionalisierung des Bildungspersonals spielt in diesem Zusammenhang eine tragende Rolle und garantiert den Lehrkräften eine gewisse Wertschätzung und Qualität ihrer Arbeit.

Teilnehmendengewinnung

Es wurden die Möglichkeiten diskutiert, die Zielgruppe besser zu erreichen. Anbieten würde sich beispielsweise ein Weg über die Kinder in Kitas oder Grundschulen (Family Literacy). Dazu müssten die Pädagogen zunächst sensibilisiert und ins Boot geholt werden, was vereinzelt bereits über das Alphanetz NRW geschieht. Zudem müssten mehr Barrieren abgebaut werden, um die Betroffenen in die Kurse zu lotsen (z.B. mit „Lesemännchen“ am VHS Gebäude oder Videos des Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung „Mein Weg in den Lese- und Schreibkurs“). Um das mitwissende Umfeld wie Freunde, Partner, Verwandte oder Bekannte zu erreichen, bieten sich diverse Möglichkeiten wie die Nutzung des kostenfreien ALFA-Mobils, Radio und Printmedien, Veranstaltungen zum Weltalphatag usw. an. Aber auch hier wird sehr deutlich, dass die Aktionen (Stichwort „aufsuchende Bildungsarbeit“) ein hohes Engagment der verantwortlichen Fachbereichsleitung oder Projektleitung voraussetzt. Am Arbeitsplatz müssen Multiplikator*innen gewonnen und ihnen die Benefits verdeutlicht werden: Das Ziel ist die Sicherung des Arbeitsplatzes bzw. die Erhöhung der Teilhabe und nicht Bildung als reiner Selbstzweck.

Finanzierung

Bei der Finanzierung sind derzeit gangbare Wege über ESF-Fördermittel (Förderphase noch bis 2020), einer Querfinanzierung, Eigenanteile der Kursteilnehmenden, Projektmittel oder eine Mischung aus den genannten Optionen. Es stellt sich jedoch zunehmend heraus, dass die Mittel nicht ausreichen und in Zeiten der AlphaDekade die Notwendigkeit einer Regelfinanzierung zunehmend diskutiert wird.

 

 

 

 

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