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Dokumentation des Alpha-Kompetenzkreistreffens - Regionaltreffen OWL

Am 4. Juli 2018 fand das nun fünfte Treffen des Alpha-Kompetenzkreises und zugleich Regionaltreffen Ostwestfalen-Lippe (OWL) in der Volkshochschule Gütersloh statt. Gegründet wurde der Alpha-Kompetenzkreis auf Initiative der Volkshochschule Bielefeld Anfang 2017 und hat zum Ziel, die Weiterbildungsangebote für deutschsprachige funktionale Analphabeten flächendeckend in ganz OWL zu verbessern und die Region bildungspolitisch in diesem Themenfeld zu stärken.

(Die Termine und Dokumentationen der vergangenen Treffen finden Sie hier.)

Das Treffen des Alpha-Kompetenzkreises am 4. Juli setzte den Lebensweltbezug der Menschen mit Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben in den Fokus. Bildungseinrichtungen müssen stärker die Betroffenen da abholen, wo sie aktuell stehen und mehr lebensweltorientierte Alphabetisierungsarbeit leisten. Wie das gelingen kann, verdeutlichten die drei Referent/innen in ihren Inputvorträgen.

Die Moderation übernahm Dr. Birgit Osterwald,Volkshochschule Gütersloh und die Grußworte sprachen Henning Schulz, Bürgermeister der Stadt Gütersloh und Heike Maschner, Ministerium für Kultur und Wissenschaft. Herausgestellt wurden in den Ansprachen die regionale und kommunale Bedeutung der Alphabetisierungsarbeit, die besondere Rolle der Volkshochschulen und anderer Bildungseinrichtungen sowie die Qualität des Alpha-Kompetenzkreises in Ostwestfalen-Lippe.

Die Veranstaltung wurde gefördert von Alphanetz NRW

Zum Programm

In Ihrem Eingangsvortrag plädierte Marion Döbert für einen sozialpolitischen Ansatz, der sich an der Alltagsbewältigung der Betroffenen orientiert und nicht primär einen Zertifikatserwerb zum Ziel hat. Volkshochschulen könnten hier stärker den Weg der aufsuchenden Bildungsarbeit gehen und beispielsweise mit diversen Einrichtungen koopieren, die unmittelbaren Kontakt zu den Betroffenen haben (Krankenhäuser, Familienzentren, Mehrgenerationenhäuser etc.)

Zum Vortrag von Marion Döbert "Füllen Sie das mal aus"

Beispiele guter Praxis bieten derzeit die 13 Mehrgenerationenhäuser in NRW, die sich im Sonderschwerpunkt "Förderung der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen" befinden. Johanna Thon vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BaFzA) stellte in Ihrem Vortrag das Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus und den Sonderschwerpunkt vor. Noch bis 2020 haben die Mehrgenerationenhäuser jährlich die Möglichkeit, einen Antrag für den Sonderschwerpunkt zu stellen.

Zum Vortrag von Johanna Thon (BaFzA) "Vorstellung des Bundesprogramms Mehrgenerationenhaus"

Das dritte Inputreferat wurde von Thomas Küster von der Alten Schule Natzungen gehalten und gab einen sehr anschaulichen Einblick in sein aktuelles Projekt "Nachhilfe mit dem Schraubenzieher". Jugendliche mit einem möglichst schlechten Zeugnis konnten sich hier für die Restaurierung einer Vespa bewerben und so die technischen Grundlagen dafür erwerben. Aber auch das Lesen und Schreiben (Bsp. Anfertigung von Berichten) wurde hier praxisnah trainiert und hatte somit auch positiven Effekt auf die Schulnoten der Jugendlichen.

Zum Vortrag von Thomas Küster "Nachhilfe mit dem Schraubenzieher – Buchstäblich eine Lernwerkstatt"

Abschließend wurden aktuelle Themen im Alpha-Kompetenzkreis besprochen und ein Ort für das nächste Treffen ausgemacht (Volkshochschule Reckenberg-Ems).

In der Gütersloher Tageszeitung "Die Glocke" ist zudem ein schön-geschriebener Presseartikel zu dem Treffen veröffentlicht worden und kann hier heruntergeladen werden.

 

 

 

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