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Workshop-Konzept

Konzept zum Workshop „Berufsbezogene Lese- und Schreibförderung initiieren und begleiten“ für Fachkräfte von Beschäftigungs- und Bildungsträgern

Eine Studie der Universität Hamburg machte 2011 bekannt, dass in Deutschland 7,5 Millionen Menschen zu den sogenannten funktionalen Analphabetinnen bzw. Analphabeten zählen: Sie können vielleicht einzelne Buchstaben, Wörter oder auch Sätze schreiben. Ihre Kenntnisse reichen jedoch nicht aus, um – auch kürzere – Texte schreiben oder sinnerfassend lesen zu können und liegen daher unter den gesellschaftlich geforderten wie auch als selbstverständlich vorausgesetzten Kenntnissen(1).

Nur 56% der funktionalen Analphabet/-innen gelingt es, eine berufsqualifizierende Ausbildung abzuschließen(2). Der Gruppe der nicht formal Qualifizierten ist der Zugang zum Arbeitsmarkt deutlich erschwert bzw. ihre Erwerbsphasen sind durch Diskontinuität gekennzeichnet. Demzufolge ist anzunehmen, dass funktionale Analphabet/-innen zur Unterstützung ihrer beruflichen Integration an Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit teilnehmen. Die relativ hohen schriftsprachlichen Anforderungen in den Maßnahmen beispielsweise bei Arbeitsplatzsuche und Bewerbung lassen die unzureichende Literalität der Teilnehmenden in Erscheinung treten und wirken erschwerend auf die berufliche Eingliederung ein(3) Eine konkret auf diese Schwierigkeiten ausgerichtete Förderung der Teilnehmenden findet jedoch in der Regel nicht statt, wenngleich sie erfolgssichernd auf individuelle Maßnahmeverläufe einwirken kann.

Das vorliegende Veranstaltungskonzept setzt genau hier an. Praktiker/-innen aus Maßnah- men zur aktiven Arbeitsförderung erschließen gemeinsam mit Fachkräften der VHS im Rahmen einer Halbtagesveranstaltung (5UE) die Bedeutung und Möglichkeiten der Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit für eine erfolgreiche berufliche Eingliederung. Ausgangspunkt des Konzepts ist dementsprechend die Kooperation zwischen Bildungs- und Beschäftigungsträgern und örtlichen Volkshochschulen (VHS) als Hauptanbieter von Kursangeboten im Themenfeld der Alphabetisierung. Durch den Workshop-Charakter der Veranstaltung stehen der aktive Austausch und die Berücksichtigung beider Expertisen im Vordergrund.

Im Mittelpunkt des Workshops stehen Fragen wie z.B.:

  • Wie können Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben gezielt erkannt und in ihrem Umfang eingeschätzt werden?
  • Wie kann die Ansprache der Teilnehmenden auf ihren Förderbedarf sowie die Motivation für entsprechende Lernangebote gelingen?
  • Welche konkreten Schritte können zur individuellen Förderung im Lesen und Schreiben der Teilnehmenden erfolgen?
  • Welche Förderangebote sind intern oder in Zusammenarbeit mit Weiterbildungsanbietern vor Ort zur Förderung der Schrift- sprachkompetenzen umsetzbar?

Das vorliegende Workshop-Konzept entstand im Rahmen des vom BMBF geförderten Projektes „GRUBIN - Grundbildung für die berufliche Integration“ und richtet sich an in Maßnahmen zur aktiven Arbeitsförderung tätige Fachkräfte von Beschäftigungs- und Bildungsträgern.

(1) Grotlüschen, Anke/Riekmann, Wibke (2011): S. 2

(2) Vgl. Grotlüschen, Anke/ Riekmann, Wibke/ Buddeberg, Klaus (2012b)

(3) Vgl. Heisler, Dietmar (2011): S. 44

Hier geht es zu den Materialien (Workshopkonzept, Präsentationsfolien, Reader zum Workshop).

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