PISA 2025: Ergebnisse machen Handlungsbedarf bei Basiskompetenzen deutlich

Am 8. September 2026 wurden die Ergebnisse der internationalen Schulleistungsstudie PISA 2025 veröffentlicht. Die Deutschlandergebnisse zeigen deutlichen Handlungsbedarf: Die Kompetenzen der 15-Jährigen in Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik liegen so niedrig wie nie zuvor seit Beginn der PISA-Erhebungen und damit inzwischen in allen drei Bereichen auf dem Niveau des OECD-Durchschnitts.

Besonders besorgniserregend ist der wachsende Anteil junger Menschen ohne ausreichende Basiskompetenzen. Rund ein Viertel der Jugendlichen erreicht in den Naturwissenschaften und jeweils etwa ein Drittel im Lesen und in Mathematik nicht das grundlegende Kompetenzniveau. Gleichzeitig haben die Unterschiede zwischen sozial benachteiligten und privilegierten Schüler*innen weiter zugenommen. Der Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft ist in Deutschland besonders stark ausgeprägt.

Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend bezeichnet die Ergebnisse als „dramatisch“ und sieht darin einen klaren Handlungsauftrag. Bund und Länder wollen insbesondere die Stärkung der Basiskompetenzen, die frühzeitige Erkennung und Förderung von Unterstützungsbedarfen sowie mehr Chancengerechtigkeit vorantreiben. Bundesbildungsministerin Karin Prien hebt in ihrer Einordnung hervor, dass Bildung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei und einen langfristigen gemeinsamen Kurs erfordere.

Bedeutung über die Schule hinaus

PISA untersucht die Kompetenzen von 15-Jährigen und nimmt damit zunächst das Schulsystem in den Blick. Die Befunde werfen jedoch auch Fragen für den weiteren Bildungsverlauf auf. Denn junge Menschen, die das Schulsystem ohne ausreichende Basiskompetenzen verlassen, benötigen auch danach Möglichkeiten, Kompetenzen nachzuholen und weiterzuentwickeln.

Hier kommt auch der gemeinwohlorientierten Weiterbildung eine wichtige Rolle zu. Volkshochschulen sowie Weiterbildungseinrichtungen in anderer Trägerschaft eröffnen als Einrichtungen des lebensbegleitenden Lernens niedrigschwellige Bildungszugänge, ermöglichen das Nachholen von Bildungsabschlüssen und unterstützen Menschen dabei, ihre Kompetenzen für Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe weiterzuentwickeln.

Für die Alphabetisierung und Grundbildung sind die aktuellen Befunde von besonderer Relevanz. Sie unterstreichen einerseits die Notwendigkeit, Basiskompetenzen frühzeitig zu fördern, und machen andererseits deutlich, wie wichtig verlässliche Grundbildungsangebote über die gesamte Bildungsbiografie hinweg sind. Sie schaffen Möglichkeiten, grundlegende Lese-, Schreib-, Rechen- und digitale Kompetenzen auch im Erwachsenenalter zu erwerben und weiterzuentwickeln.

Hintergrund: Was untersucht PISA?

PISA steht für „Programme for International Student Assessment“ und wird seit dem Jahr 2000 von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) koordiniert. Die internationale Vergleichsstudie untersucht, wie gut 15-Jährige gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften auf alltagsnahe Fragestellungen anwenden können.

An PISA 2025 beteiligten sich weltweit rund 760.000 Schüler*innen aus 91 Staaten und Regionen. In Deutschland wurden rund 6.700 repräsentativ ausgewählte 15-Jährige an etwa 250 Schulen aller Schularten untersucht. Schwerpunkt der aktuellen Erhebung waren die Naturwissenschaften. Erstmals wurde zudem das modellbasierte Problemlösen als Teilbereich des „Lernens in der digitalen Welt“ untersucht.

Die deutsche PISA-Studie wird im Auftrag der Bildungsministerkonferenz und des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) an der Technischen Universität München durchgeführt.

Weitere Informationen und Downloads

Das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) stellt neben dem vollständigen nationalen Berichtsband eine kompakte Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse von PISA 2025 zur Verfügung.
Das Bundesministerium hat die Ergebnisse ebenfalls eingeordnet und die daraus abgeleiteten bildungspolitischen Handlungsfelder dargestellt.

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