PIAAC-Sonderauswertungen: Neue Erkenntnisse zu geringer Literalität, Beschäftigung und Weiterbildung
Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse zu Beschäftigung und informellem Lernen am 8. Oktober 2026 liegen weitere Sonderauswertungen aus dem Forschungsprojekt „PIAAC-Alphadekade“ vor. Im Rahmen des Kooperationsprojekts untersuchen GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und die Universität Hamburg auf Grundlage der PIAAC-Daten von 2012 und 2023 die Lebenssituation von Erwachsenen mit geringen Lesekompetenzen.
Beschäftigung und informelles Lernen im Fokus
Die aktuelle Auswertung zeigt, dass sich die Beschäftigungsquote von Erwachsenen auf dem untersten Lesekompetenzniveau (Level One) zwischen 2012 und 2023 nicht verbessert hat, während sie in der Gesamtbevölkerung gestiegen ist. Zudem weisen knapp ein Drittel der Erwachsenen dieser Kompetenzgruppe Unterbrechungen in ihrer Erwerbstätigkeit auf, gegenüber knapp 19 Prozent in der Vergleichsgruppe.
Auch beim informellen Lernen am Arbeitsplatz zeigen sich deutliche Unterschiede: Erwachsene mit geringen Lesekompetenzen lernen dort signifikant seltener informell als Personen mit höheren Lesekompetenzen. Die Forschenden gehen unter anderem der Frage nach, inwieweit diese Unterschiede mit der Art der ausgeübten Tätigkeiten, Branchen oder weiteren Merkmalen zusammenhängen könnten.
Weitere Ergebnisse zu Kompetenznutzung und Weiterbildung
Bereits im Juni 2026 veröffentlichte die Universität Hamburg Sonderauswertungen zur Nutzung von Grundkompetenzen im Alltag und Beruf sowie zur Weiterbildungsbeteiligung. Im September folgte eine Auswertung zu Unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland.
Die Ergebnisse erweitern die empirische Wissensgrundlage zur Lebens- und Beschäftigungssituation von Erwachsenen mit geringen Lesekompetenzen. Für die Alphabetisierung und Grundbildung sind insbesondere die Befunde zur Weiterbildungsbeteiligung und zu Lerngelegenheiten am Arbeitsplatz von Interesse.
Die veröffentlichten Ergebnisse:
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt, das noch bis Januar 2027 läuft, sind auf der Projektwebseite von GESIS verfügbar.
